Ausstellung
Originalwaggon der Deutschen Reichsbahn in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem (Jerusalem).
Foto: Stefan Querl, Villa ten Hompel
Coesfelder Juden vor der Deportation 1941.
Foto: Ausstellung Villa ten Hompel / Prov. Stadtarchiv Coesfeld
Die Ausstellung
"Sonderzüge in den Tod" - unter diesem Ausstellungstitel erinnert die
Deutsche Bahn AG an das Schicksal von Deportierten, die während der
NS-Zeit von der Deutschen Reichsbahn in Ghettos, Konzentrations- oder
Vernichtungslager transportiert wurden. Ab Sonntag, 18. Mai ist die
Präsentation im Hauptbahnhof Münster zu sehen.
Der Initiativkreis “Deportationsausstellung Münster” hat ein zusätzliches
Informationsangebot ermöglicht, dass die Geschichte der Deportationen
aus Münster und dem Münsterland darstellt.
Die Deutsche Reichsbahn war durch die Deportation zahlloser Menschen
unmittelbar am Holocaust beteiligt. Ohne den Einsatz der Eisenbahn
wäre der systematische Mord an den europäischen Juden, Sinti
und Roma nicht möglich gewesen. Insgesamt wurden im Zweiten Weltkrieg
etwa drei Millionen Menschen aus fast ganz Europa mit Zügen zu
den nationalsozialistischen Vernichtungsstätten transportiert.
Die Ausstellung »Sonderzüge in den Tod. Die Deportationen mit der
Deutschen Reichsbahn« will an das unermessliche Leid erinnern, das
diesen Menschen zugefügt wurde. Sie zeigt Einzelschicksale von Kindern,
Frauen und Männern, die von ihren Heimatorten in den Tod
transportiert wurden. Überlebende schildern in Zeitzeugeninterviews
die grauenvollen Zustände in den Zügen. Die fahrplanmäßige und
betriebliche Durchführung dieser Transporte durch die Reichsbahn
wird anhand von Dokumenten und Grafiken dargestellt.
Die Wanderausstellung wurde in Kooperation mit dem Centrum Judaicum
und dem Deutschen Technikmuseum in Berlin erarbeitet. Sie
beruht auf der im Museum der Deutschen Bahn in Nürnberg gezeigten
Dauerausstellung zur Geschichte der Reichsbahn im Nationalsozialismus.
Die Fotos und Biografien der aus Frankreich deportierten jüdischen
Kinder haben Serge und Beate Klarsfeld für die Wanderausstellung
recherchiert und zusammengestellt.